15. Juli 2026 · 6 Min. Lesezeit
Pflege-Löhne 2026: Was sich dieses Jahr wirklich bewegt hat
Jonas Benner
CEO & Co-Founder
Kaum ein Thema wird in Pausenräumen so oft diskutiert wie der Lohn – und kaum eines mit so vielen Halbwahrheiten. Wir haben die Lohnrunden 2026, die GAV-Abschlüsse und unsere eigenen Vermittlungsdaten ausgewertet. Das Bild ist differenzierter, als es Schlagzeilen vermuten lassen.
Die Grundlöhne: moderat, aber real gestiegen
Die meisten grossen Institutionen haben ihre Lohnbänder 2025/26 um 1.5 bis 3 Prozent angehoben. Deutlicher bewegt haben sich die Einstiegslöhne für dipl. Pflegefachpersonen: In den Zentrumsregionen sind Angebote unter CHF 6'000 (×13) praktisch verschwunden. Wer heute unter diesem Wert arbeitet, sollte das Gespräch suchen – oder uns.
Zulagen: der unterschätzte Hebel
Der grössere Effekt fand bei den Inkonvenienzzulagen statt: Mehrere Häuser haben Nacht- und Wochenendansätze markant erhöht – teils um 30 bis 50 Prozent. Für eine Pflegefachperson mit regelmässigen Nachtdiensten macht das schnell CHF 3'000 bis 6'000 pro Jahr aus. Beim Stellenvergleich lohnt der Blick auf die Zulagenreglemente deshalb mehr als der auf den Grundlohn.
Pflegeinitiative: Was die zweite Etappe bringt
Die zweite Umsetzungsetappe (Bundesgesetz über die Arbeitsbedingungen in der Pflege) ist im Parlament. Kommen wird sie – die Frage ist wann und wie streng. Für Arbeitgeber heisst das: Wer Dienstplanstabilität und Zuschläge für kurzfristige Einsätze heute schon bietet, rekrutiert morgen leichter. Für Fachpersonen: Die Verhandlungsposition bleibt auf Jahre hinaus stark.
Was das für Ihren nächsten Wechsel heisst
Erstens: Verhandeln Sie das Paket, nicht den Grundlohn – Zulagenansätze, Weiterbildungsbudget und Pensums-Garantien sind oft mehr wert als 200 Franken mehr im Monat. Zweitens: Lassen Sie sich Ihr Lohnband extern bestätigen, bevor Sie unterschreiben. Unsere Lohnberatung ist kostenlos – und unsere Daten stammen aus echten Abschlüssen, nicht aus Umfragen.
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