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8. Mai 2026 · 6 Min. Lesezeit

MPA-Karriere: Wo du dich in der Praxis wirklich entwickelst

Jonas Benner

CEO & Co-Founder

Die MPA-Laufbahn gilt als flach: einmal EFZ, danach zwanzig Jahre dasselbe. Das stimmt so nicht – die Wege sind bloss schlecht angeschrieben, weil jede Praxis ihre Funktionen anders benennt und die wenigsten ein Organigramm führen. Wenn du weisst, welche Abschlüsse es wirklich gibt, welche Praxisform welchen Alltag bedeutet und was neben dem Grundlohn verhandelbar ist, bewegst du in zwei Jahren mehr als mit einem Stellenwechsel ins Blaue.

Vier Richtungen – der Fachausweis ist nur eine davon

Nach dem EFZ öffnen sich vier Wege, und sie schliessen sich nicht gegenseitig aus. Erstens der eidgenössische Fachausweis als Medizinische:r Praxiskoordinator:in (MPK), in der klinischen Richtung oder in der Richtung Praxisleitung, berufsbegleitend in rund zwei Jahren und mit einigen Jahren Berufserfahrung als Voraussetzung. Zweitens klinische Spezialgebiete innerhalb der Praxis. Drittens Praxisleitung und Praxismanagement: Personal, Dienstplan, Abrechnung im seit 2026 geltenden Tarifsystem aus TARDOC und ambulanten Pauschalen, Einkauf, Qualitätsmanagement. Viertens die Berufsbildung – Lernende zu begleiten ist in vielen Praxen der erste bezahlte Verantwortungsschritt. Beim Lohn gibt es für MPA keinen landesweiten GAV; die kantonalen Ärztegesellschaften publizieren unverbindliche Empfehlungen, die erfahrene MPA je nach Kanton bei rund CHF 4'700 bis 5'400 sehen (×13, 100 %) und MPK darüber, meist zwischen CHF 5'000 und 6'000. Verbindlich ist am Ende dein Vertrag.

Spezialgebiete: Labor, Röntgen, Wunden, Chronic Care

Röntgen ist der klassische Zuschlag. Die Bewilligung für die Anlage hält die Praxis; du brauchst die Sachkunde aus der Grundbildung und den Nachweis der periodischen Strahlenschutz-Fortbildung, die die Strahlenschutzverordnung in der Regel innert fünf Jahren verlangt. Damit bleibt eine Leistung im Haus, die sonst ausgelagert wird; Funktionszulagen dafür liegen in kantonalen Empfehlungen im tiefen dreistelligen Frankenbereich pro Monat, ähnlich wie für die Berufsbildung. Im Labor zählt, ob du die interne Qualitätskontrolle und die Ringversuche nach QUALAB-Vorgaben selbstständig führst und nicht nur Geräte bedienst. Wundsprechstunden und Chronic-Care-Sprechstunden zu Diabetes, Blutdruck oder Antikoagulation nehmen zu, weil die Grundversorgung Aufgaben verteilen muss. Viel mehr Lohn bringt das selten – aber es macht dich für die nächste Stelle nachweisbar teurer.

Einzelpraxis, Gruppenpraxis, Ärztezentrum: drei verschiedene Berufe

In der Einzelpraxis machst du alles – Empfang, Labor, Assistenz, Abrechnung, Bestellwesen – und der Weg zur Entscheidung ist kurz. Der Preis: Bei Ferien und Krankheit gibt es kaum Puffer, und der Lohn orientiert sich meist an der kantonalen Empfehlung; im ersten Jahr nach dem EFZ liegt diese je nach Kanton bei rund CHF 4'300 bis 4'700, und der 13. Monatslohn ist in der Schweiz nicht gesetzlich vorgeschrieben. Gruppenpraxen mit drei bis acht Ärzt:innen bieten Vertretungen, Teilspezialisierung und geregeltere Abläufe. Ärztezentren und Praxisketten haben HR-Strukturen, definierte Lohnbänder und Weiterbildungsbudgets, verlangen dafür längere Öffnungszeiten, Wochenenddienste und mehr Patient:innen pro Stunde. Keine Form ist besser als die andere – sie unterscheiden sich darin, was sie dir abverlangen.

Was du neben dem Grundlohn verhandelst

Am Grundlohn ist der Spielraum in vielen Praxen klein, oft CHF 100 bis 300. Der Rest steckt im Paket: Weiterbildung mit Kostenübernahme und bezahlten Kurstagen – verhandle die Tage, nicht nur die Franken. Dazu Funktionszulagen für Röntgen, Labor oder Berufsbildung, ein vertraglich fixierter 13. Monatslohn, feste freie Tage im Pensum, eine schriftliche Überzeitregelung mit Zeiterfassung und der Arbeitgeberanteil an der Krankentaggeldversicherung – zwingend ist sie nicht, massgebend sind Vertrag und allfälliger GAV. Lass dir ausserdem deine Funktionsbezeichnung in Vertrag und Zeugnis schreiben: Das kostet die Praxis nichts und ist beim übernächsten Wechsel bares Geld wert. Frag zudem nach dem Datum der nächsten Lohnrunde – «schauen wir in einem Jahr» ohne Termin ist keine Zusage.

Sechs Signale für eine gut organisierte Praxis

Erstens: Der Terminraster hat Puffer – wer im Zehn-Minuten-Takt ohne Reserve plant, gibt die Verspätung an dich weiter. Zweitens: Ferien- und Krankheitsvertretung ist geregelt und nicht Goodwill. Drittens: Telefontriage und Notfallablauf sind schriftlich festgehalten und werden geschult. Viertens: MPA führen eigene Sprechstunden – ein Zeichen, dass Kompetenz delegiert und nicht bloss kontrolliert wird. Fünftens: Es gibt einen Einführungsplan für die ersten vier Wochen und Teamsitzungen mit Protokoll. Sechstens: Die Praxis sagt dir ohne Zögern, wie lange die letzten drei MPA geblieben sind und warum sie gegangen sind. Diese Fragen gehören ins Erstgespräch – wie geantwortet wird, sagt dir bereits die Hälfte.

Wie wir dich dabei unterstützen

Wir kennen die Praxen in deiner Region aus Gesprächen und nicht nur aus Inseraten – auch jene, die innert zwei Jahren die dritte MPA suchen. Bevor du dich bewirbst, ordnen wir mit dir ein, wo dein heutiges Paket im kantonalen Vergleich steht: Grundlohn, Zulagen, Weiterbildungstage, Pensum. Dieser Lohncheck ist kostenlos und unverbindlich, auch wenn du am Ende bleibst. Unsere KI-Agenten durchsuchen den Markt und bereiten Unterlagen vor; ob eine Praxis zu dir passt, beurteilen Menschen, die mit dem Team gesprochen haben. Und wenn deine jetzige Stelle unter dem Strich besser ist als das Angebot, sagen wir dir genau das.

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